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M wurde
1931 in Berlin zum ersten Mal aufgeführt. Es war Fritz Langs erster Tonfilm.
Der Regisseur äußerte sich in einem Interview von Gero Gandert dazu.
G. G.: Die
Behandlung des Tons als dramaturgisches Mittel in M ist oft gerühmt
worden. Man hat fast den Eindruck, als ob man auf diesem Gebiet in den Anfängen
des Tonfilms weiter war als heute?
F.L. : M
war mein erster Tonfilm. Damals haben wir in Deutschland kaum mehr Tonfilme
sehen können, als sich an den Fingern einer Hand herzählen lassen.
Ich habe natürlich versucht, mich mit dem neuen Medium Ton auseinanderzusetzen.
Ich fand zum Beispiel, dass ich, wenn ich allein in einem Straßencafé
sitze, natürlich das Geräusch der Straße höre, dass aber
im Augenblick, wo ich mich mit einem Gesprächspartner in ein interessantes
Gespräch vertiefe oder eine Zeitung lese, die mein Interesse völlig
in Anspruch nimmt, mein Gehirn, oder wenn Sie wollen, meine Gehörorgane
dieses Geräusch nicht mehr registrieren. Ergo: die Berechtigung, eine solche
Konversation filmisch darzustellen, ohne besagtes Straßengeräusch
dem Dialog zu unterlegen. Damals kam ich auch zu der Erkenntnis, dass man Ton
als dramaturgisches Element nicht nur verwenden kann, sondern unbedingt sollte.
In M zum Beispiel,wenn die Stille von Straßen (das optionelle Straßengeräusch
ließ ich absichtlich weg) plötzlich durch schrille Polizeipfiffe
zerrissen wird, oder das unmelodische, immer wiederkehrende Pfeifen des Kindermörders,
das seinen Triebgefühlen wortlos Ausdruck gibt. Ich glaube auch, dass ich
in M zum ersten Mal den Ton, respektive einen Satzvom Schluss einer Szene
auf den Anfang der nächsten, überlappen ließ, was nicht nur
das Tempo des Films beschleunigt, sondern auch die dramaturgisch notwendige
Gedanken-Assoziation zweier aufeinanderfolgender Szenen verstärkt.
Fritz
Lang, M (Protokoll), Marion von Schröder Verlag, Hamburg, 1963,
D.R.
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